Das perfekte Zusammenspiel: Design Evolution und Agile Software-Entwicklung

Springer, einer der international führenden Wissenschaftsverlage mit hochwertigen Inhalten, innovativen Informationsprodukten und Dienstleistungen, wechselt seine Content-Plattform SpringerLink, die Millionen wissenschaftlicher Inhalte und Fachinformationen anbietet, aus. und geht dabei neue Wege mit vorbildlicher Agiler Softwareentwicklung und einer kontinuierlichen Design Evolution. Das erste Release geht nach nur fünf Monaten in die Betaphase.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen und neuen Wegen, die alte Plattform an neue Märkte anzupassen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden, hatte sich Springer dazu entschieden, Software und Design künftig innerhalb des eigenen Unternehmens weiter zu entwickeln und komplett neu zu schreiben.

Um den selbstgesteckten Zielen und den engen Deadlines gerecht zu werden, etablierte Springer ein Multi-Partner Team, das in London angesiedelt wurde, um gemeinsam an diesem wichtigen Projekt zu arbeiten.

Springer nahm sich vor Projektbeginn die Zeit, mit allen beteiligen Partnern eine gemeinsame Vision für die Umsetzung zu erarbeiten und sich darüber zu verständigen, wie man das Projekt angehen wollte.

Wall&Lap

Die neue Plattform wurde von Grund auf neu gedacht und konzipiert. Der Fokus für Springer lag auf herausragender User Experience und klarem Interaction Design, um sich von der Konkurrenz abzusetzen und Marktvorteile von Beginn an nutzen zu können. Unter der Federführung von ThoughtWorks wurde die „Agile-Sofwareentwicklung“ geplant und vorangetrieben. Die dmcgroup war für die Design-Vision, die Kreation und Umsetzung des Interaction Designs und der User Experience für die neue Plattform verantwortlich. Erstmals konnte die Agentur auch die Frontend-Entwicklung bei Springer umsetzen, um das User Interface auf ein höchstmögliches Level zu bringen.

Das Team der dmcgroup brachte viel Expertise mit: Springer, die Content Plattform SpringerLink sowie die internationale Verlagsseite hatten wir bereits seit ihren letzten Relaunches 2008 bzw 2009 betreut. Mit diesem Wissen konnte sich die dmcgroup perfekt in das Projekt einbringen. Für die dmcgroup war es das erste Agile Projekt. Das alte „Waterfall“-Prinzip hatte ausgedient. Dies eröffnete uns die Möglichkeit, sehr schnell einen effektiven und kollaborativen Design-Prozess zu etablieren und diesen kontinuierlich an die Bedürfnisse des Projektes sowie des Teams anzupassen.

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Großraumbüro Springer London

Design Prozess

Für die Produktdefinition, die User Experience und das Visual Design, wurden die Schlüsselziele der Nutzer gemeinsam mit den Business-Vorstellungen von Springer und den technischen Grenzen fortlaufend überprüft und abgewägt. Zusammen mit der „Agile-Sofwareentwicklung“ ergab sich ein neuer Design Prozess, dessen Grundlage aus der Lean Startup Philosophie gespeist wurde.

Mit den eingeführten „Lean UX“ Prinzipien konnten wir experimentell schnell Lösungen erarbeiten und in qualitativen User-Tests die besten Ideen herausfiltern, um die angestrebten Ziele zu erfüllen. Mit diesem neuen Designansatz konnte die dmcgroup zwei grundlegende Denkansätze erfüllen: „Design Thinking“ und „Agile-Softwareentwicklung“. Mit „Design Thinking“ wird ein lösungsorientierten Ansatz verfolgt, der sich der idealen Lösung schrittweise durch enge Zusammenarbeit aller Gewerke mittels Produktzielen, Prototyping und Lernschritten nähert. Die „Agile-Softwareentwicklung“ konzentriert sich auf die schnelle und kontinuierliche Übergabe von funktionierender Software an den Kunden durch regelmäßige Anpassungen während der Umsetzung. Die kontinuierliche Recherche und Validierung der Ergebnisse ermöglichten es Springer, ihre Kunden und Zielmärkte besser zu verstehen und das Produktdesign darauf abzustimmen.

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Visual Design and Interaction Design

Das Design wurde auf Basis von Nutzer Verständnis, deren Motivationen und Denk-Modellen entwickelt. Verhaltensmuster wurden identifiziert und Szenarios erarbeitet, die uns erlaubten, die Grundlagen für das Design Framework in kurzer Zeit zu erarbeiten. Der Agile Prozess kam der Designarbeit entgegen, zumal sich Design ebenso schrittweise entwickelt. Die dmcgroup hatte dadurch die Möglichkeit, schon früh Ideen zu skizzieren, die erst in einem späteren Schritt perfektioniert wurden. Interaction Details wurden erst in einer Basisversion gestaltet und später mit weiteren Nuancen aufgewertet oder verbessert.

Wichtig in diesem Design-Prozess war es, einen holistischen Blickwinkel zu behalten. So haben wir nie im Klein-Klein an Funktionen gearbeitet. Als Ausgangsbasis für Entscheidungen diente immer der Kontext und das zugrundeliegende Szenario sowie die erarbeiteten Layouts, Designprinzipien und -ziele.

Das übergeordnete Design konnte aufgrund gewonnener Erkenntnisse anhand von besonderen Nutzer-Verhaltensweisen oder geänderter Anforderungen, konsequent und fokussiert angepasst oder vereinheitlicht werden. Anschließend konnte das überarbeitete Design wieder schnell in den Software Entwicklungsprozess eingegliedert werden.

Ein zweites Projekt beeinflusst die Entscheidungen

Diese Herangehensweise kam dem Team zugute, als die neue Springer Branding Architektur integriert wurde – ein Projekt, das parrallel zur neuen Plattform entwickelt worden war. Der Agile Prozess unterstütze diese Veränderung zum Kosten- und Wettbewerbsvorteil unseres Kunden. In einem fließenden Übergang wurde das neue Branding und dessen Auswirkung auf das Design in die Softwareentwicklung mit integriert. Da dieses zweite Projekt zeitgleich umgesetzt wurde, stellten wir sicher, dass ein Teil des Designteams in beiden Projekten involviert war und so eine sinnvolle Überlappung und ein idealer Wissensaustausch stattfinden konnte.

Eine Design Vision ist nicht ohne Frontend-Entwicklung möglich

Erstmals konnte die dmcgroup ihr Know-how in der Frontend-Entwicklung bei Springer integrieren. Für uns war dies ein wichtiger Teil des Projektes. Eine ausschließliche „Übergabe“ von Design hat meist zur Folge, dass dieses nur unzureichend umgesetzt wird oder zuviel Artefakte auftauchen, so dass der Gesamteindruck nicht dem gewünschten Ergebnis entspricht. Diese wichtige Entscheidung trug wesentlich dazu bei, die richtigen Grundlagen und Ergebnisse zu liefern. Designer und Frontend-Entwickler kommunizierten laufend miteinander, wobei viele Design Versionen direkt im Code entstanden. Der enge Kontakt ermöglichte es schnell zu reagieren, Ideen sofort zu visualisieren und zu testen. Der kurze und fortlaufende Designprozess brachte Springer zudem den Vorteil, Risiken zu vermeiden und Innovation zu fördern.

Erfolgsmeldungen & Schlussfolgerungen

Nach nur fünf Monaten konnte das erste Release der Plattform Springer for Research & Development auf der Frankfurter Buchmesse 2011 vorgestellt werden. Weitere drei Monate später ging die Plattform, die sich speziell an Forschungsabteilungen von Unternehmen richtet, online. Es folgten mehrere kurze Release-Zyklen, in denen die alte Plattform SpringerLink für Forscher und Forscherinnen an Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten komplett migriert wurde und das neue Branddesign eingeführt wurde.

Springer und seine Partner haben es gemeinsam geschafft, in kürzester Zeit ein Produkt neu zu kreieren. Vorbildliche und kooperative Methoden, abseits von Agentur, Firmenzugehörigkeit oder Gewerken, haben es dem Team ermöglicht, erfolgreich zu arbeiten. Mithilfe von „Design Thinking“, „Agile Softwareentwicklung“ und Lean Prinzipien hat Springer ein modernes Produkt, mit herausragender User Experience entworfen und umgesetzt.

Springer arbeitet weiter an seinem Produkt und fügt laufend neue Erweiterungen hinzu. Die dmcgroup hat Springer dabei geholfen, ein geeignetes Design- und Frontend-Team zu rekrutieren, um das Produkt kontinuierlich weiter zu entwickeln.

Während den 18 Monaten, in denen das Design-Team vor Ort in London gearbeitet hat, sind darüber hinaus zahlreiche, nützliche „Nebenprodukte“ entstanden:

  • Design Framework
  • Design Details
  • Interaction Framework
  • Interaction Details
  • Design Werte (Äs­the­tik)
  • Design Prinzipien (Lösungsansätze)
  • Pattern Bibliothek
  • Visuelle Design Referenz („Golden Photoshop Templates“)
  • Typography Kombinationen & Hierarchie
  • Photoshop Assets & Workflow Optimierung
  • Responsive Design
  • Frontend Style Guide – (generische Module)
  • Sprites Master Images
  • Style Tiles

 

Weiterführende Links

Content-Plattform für Forschungsabteilungen im Industrie- und Gesundheitssektor
Springer for Research & Development

Content-Plattform für wissenschaftliche Institutionen
SpringerLink