Warum scheitern viele digitale Produkte? In den allermeisten Fällen liegt es nicht an der Technologie…
Digitale Produktentwicklung ist komplex – von der Idee bis zum fertigen Produkt gilt es viele Faktoren zu berücksichtigen. Die meisten Produkte scheitern nicht an der Technologie, sondern an strategischen, organisatorischen oder methodischen Fehlern. Oft werden zu Beginn eines Projektes nicht die richtigen Fragen gestellt oder es werden elaborierte Produkte entwickelt, für die kein Bedarf besteht.
In diesem Artikel zeigen wir 5 häufige Fehler in der digitalen Produktentwicklung und geben praxisnahe Tipps, wie sie vermieden werden können – für erfolgreiche digitale Produkte von Anfang an.
Fehler 1: Nutzerbedürfnisse werden zu spät untersucht (oder gar nicht)
Digitale Produktentwicklung ohne echte initiale Einblicke in die Bedürfnisse von Nutzerinnen und Nutzern birgt immenses Risiko, dass ein Produkt an der Zielgruppe vorbei entwickelt wird. Ein sehr teures Unterfangen, das meist auch in späteren Projektphasen kaum noch wirtschaftlich korrigiert werden kann.
Die Folge: Ein digitales Produkt ohne Mehrwert für Nutzer:innen, die Akzeptanz bleibt niedrig.
Lösungsansatz:
- Digitale Produktentwicklung startet mit der Untersuchung eines Problems in der Discovery-Phase
- Mit User Research und Nutzerinterviews erkunden, welche Bedürfnisse, Ziele und Probleme die potenzielle Zielgruppe wirklich hat
- Erstellung von Personas und User Journeys, um die gewonnenen Erkenntnisse zu verarbeiten und im Prozess der Produktentwicklung als Entscheidungshilfen zu verwenden
Impact: Nur Produkte, die auf echten Bedürfnissen basieren, können erfolgreich sein. Eine tiefe Discovery-Phase mit User Research spart Zeit und Geld.
“Digitale Produkte, die Probleme lösen, die niemand hat, sind zum Scheitern verurteilt.”
Philipp Brunner, Director Product Design dmcgroup
Fehler 2: Unklare oder zu umfangreiche Anforderungen
Die Produktvision steht und die Arbeit beginnt. Alles scheint gleich wichtig und Features werden ohne Priorisierung umgesetzt. Aufwände explodieren, bevor die wertvollsten Features und Kernfunktionalitäten fertiggestellt wurden. Feature-Creep statt Fokus auf die für das Produkt wesentlichsten Wertversprechen.
Die Folge: Projektverzögerungen, verspätetes Rollout, teure Nacharbeit, Frust im Team.
Lösungsansatz:
- Story Mapping und Feature-Priorisierung ermöglicht die gezielte Arbeit an wesentlichen Funktionalitäten
- Fokus auf Minimum Viable Product (MVP) verkürzt die Time-to-Market oder zumindest Time-to-Test wesentlich – so können mit dem Produkt frühzeitig Erfahrungen gesammelt werden
- Große, komplexe Anforderungen konsequent in kleinere Teilanforderungen herunterbrechen, die effizienter implementiert werden können
Impact: Konzentration auf Kernfunktionen steigert Qualität und Time-to-Market, hält die Motivation im Team und ermöglicht das flexible Reagieren auf Anpassungen.
Fehler 3: Prototyping und Testing werden vernachlässigt
Digitale Produktentwicklung, die ohne greifbare Visualisierung und testbaren Prototypen startet, macht das Rendezvous mit der Realität der Nutzer:innen spät und meist mit bösen Erkenntnissen. Mit dem Testen erst zu starten, wenn codierte
Prototypen vorliegen, lässt die Möglichkeit früher Low-Fidelity-Tests ungenutzt.
Die Folge: Späte Fehlererkennung, hohe Korrekturkosten, Zeitverzögerung bei Rollout-Plänen.
Lösungsansatz:
- Erstellung von Prototypen bereits in der Ideation-Phase, um grundlegende Ideen zu testen
- Grundlegende Annahmen können mit möglichst einfachen Versuchen und unaufwendigen Prototypen getestet werden
- Zunehmender Detailgrad der Prototypen im Verlauf der digitalen Produktentwicklung
- Kontinuierliches Testen und iterative Verbesserung: Fehler sofort entdecken und korrigieren
Impact: Frühe Validierung von Annahmen spart Zeit, Geld und verbessert Produktqualität.
Fehler 4: Umsetzung ohne Flexibilität und Reflexion
In der Umsetzung wird ein starres Vorgehen nach dem ursprünglichen Plan verfolgt. Es gibt keinen vorgesehen Rahmen und Methoden, um eine Änderung der Prioritäten vorzunehmen oder im Team zu reflektieren, wie die Zusammenarbeit verbessert werden könnte.
Die Folge: Produktentwicklung nimmt keinen Bezug auf geänderte Markt- und Projektrealität.
Lösungsansatz:
- Kontinuierliche Anpassungen der Priorität in der Umsetzung an neue Erkenntnisse bzw. Marktdynamik
- Einbindung von Cross-Functional Teams (Design, Development, Business) garantiert effizientes Arbeiten
- Regelmäßige Reviews und Retrospektiven verbessern die Art und Weise der Zusammenarbeit und machen das Team produktiver
Impact: Agile digitale Produktentwicklung sorgt für Flexibilität, hohe Qualität und Kundenzufriedenheit.

Fehler 5: Produkt-Launch als Ende der Entwicklung
Das digitale Produkt wird gelauncht und danach nicht weiter optimiert. Features werden nicht kontinuierlich und iterativ verbessert.
Die Folge: Nutzerfeedback wird nicht gehört bzw. genutzt – das Produkt stagniert, Marktchancen werden verpasst und Investitionen verfallen.
Lösungsansatz:
- Der Launch eines digitalen Produkts sollte als Startpunkt für kontinuierliche Optimierung betrachtet werden
- Analytics & KPI-Monitoring ermöglichen datengestützte Analyse im laufenden Betrieb
- User Research und Tests auch nach dem Launch, um weitere Funktionalitäten zu integrieren und das Produkt laufend zu verbessern
Impact: Kontinuierliche Verbesserung sichert langfristigen Erfolg und Nutzerbindung.
Fazit: Fehler in der digitalen Produktentwicklung vermeiden, um Erfolg zu sichern
Digitale Produktentwicklung ist herausfordernd – doch viele Stolpersteine lassen sich mit klarer Strategie, Nutzerfokus und iterativem Vorgehen vermeiden.
Die fünf vorgestellten Fehler gehören zu den häufigsten Ursachen fürs Scheitern – wer sie früh erkennt und Gegenmaßnahmen ergreift, steigert die Chancen auf ein erfolgreiches digitales Produkt erheblich.
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